Carola Lage-Roy
HEILPRAKTIKERIN UND HOMÖOPATHIN
Ich möchte verstehen, was hinter dem Sichtbaren liegt
Ich bin Carola Lage-Roy, Heilpraktikerin, Homöopathin, Autorin, Verlegerin und Begründerin der Chakrablüten Essenzen. Diese Bezeichnungen erzählen allerdings nur einen Teil meiner Geschichte.
Seit vielen Jahrzehnten begleite ich Menschen. Dabei hat mich nie nur interessiert, welche Beschwerden ein Mensch hat. Mich interessiert der Mensch dahinter: Was bewegt ihn? Was wiederholt sich? Was hat sich verändert? Wo liegt möglicherweise ein Zusammenhang, den wir bisher noch nicht gesehen haben?
Für mich beginnt therapeutische Arbeit mit Wahrnehmung. Ich beobachte, frage nach und versuche zu verstehen. Und manchmal entsteht eine Erkenntnis gerade dort, wo zunächst niemand gesucht hätte.
Mein Weg zur Homöopathie
Mein Weg führte mich früh zur Naturheilkunde und Homöopathie. Ich absolvierte meine Heilpraktikerausbildung an der Josef-Angerer-Schule in München und beschäftige mich seit den 1970er-Jahren intensiv mit der homöopathischen Arbeit.
Aus dem Lernen wurde Praxis. Aus der Praxis entstanden Fragen. Und aus den Fragen entwickelte sich über die Jahre meine eigene Art, Menschen und ihre Situationen zu betrachten.
Die Homöopathie hat mich dabei besonders geprägt, weil sie verlangt, genau hinzusehen. Nicht jeder Mensch mit derselben Diagnose benötigt dasselbe Mittel. Entscheidend ist das individuelle Bild. Genau diese Individualität fasziniert mich bis heute.
Die Chakrablüten Essenzen
1997 begann ein weiterer Abschnitt meines Weges. Aus intensiver Beobachtung von Pflanzen, Menschen und ihren Reaktionen entstanden nach und nach die Chakrablüten Essenzen.
Sie waren für mich nie einfach ein weiteres Produkt. Ihre Entwicklung entstand aus praktischer Arbeit, Beobachtung und Erfahrung. Ich wollte verstehen, welche Qualitäten sich in einer Pflanze zeigen und wie sich diese mit menschlichen Themen verbinden lassen.
Über viele Jahre habe ich die Essenzen angewendet, weiter beobachtet, Erfahrungen gesammelt und ihre Anwendung vermittelt. Daraus entstand schließlich ein eigenes System und später eine umfangreiche Ausbildung für Therapeuten.
Auch heute ist diese Arbeit für mich nicht abgeschlossen. Denn jede Begegnung mit einem Menschen kann eine neue Beobachtung hervorbringen.
Ich arbeite nicht nach Schablonen
Menschen lassen sich für mich nicht in ein fertiges Raster pressen. Zwei Menschen können mit einem scheinbar gleichen Problem zu mir kommen – und trotzdem etwas vollkommen Unterschiedliches benötigen.
Deshalb höre ich genau hin. Mich interessieren auch Widersprüche. Manchmal sagt ein Mensch etwas, während sein Verhalten etwas anderes erzählt. Manchmal liegt hinter einer aktuellen Schwierigkeit eine viel ältere Geschichte. Und manchmal braucht es keine komplizierte Erklärung, sondern einen einzigen Gedanken, der plötzlich etwas verständlich macht.
Ich möchte Menschen nicht erklären, wie sie sein sollen. Ich möchte ihnen helfen, sich selbst besser zu erkennen. Denn aus Verstehen kann eine ganz andere Form von Entscheidung entstehen.
Wissen gehört weitergegeben
Irgendwann genügte es mir nicht mehr, nur selbst mit Menschen zu arbeiten. Erfahrungen und Erkenntnisse sollten weitergegeben werden. Daraus entstanden Bücher, Seminare, Vorträge, die Arbeit im eigenen Verlag und schließlich Ausbildungen.
Ich unterrichte nicht, weil ich möchte, daß jemand meine Worte auswendig lernt. Ich möchte, daß Menschen lernen zu beobachten. Zu unterscheiden. Fragen zu stellen. Eigene Erfahrungen zu sammeln. Und irgendwann selbst zu erkennen, worauf es in einer Situation ankommt.
Deshalb gehören für mich Theorie und Praxis zusammen.
Ravi und ich
Ravi und ich schauen häufig auf dieselbe Situation – aber nicht auf dieselbe Weise. Und gerade darin liegt für mich ein großer Wert unserer gemeinsamen Arbeit.
Ravi kann sehr tief in eine homöopathische Fragestellung eintauchen, Zusammenhänge ordnen und so lange weiterfragen, bis sich aus vielen Einzelinformationen ein wesentliches Bild herauskristallisiert.
Ich nehme manches anders wahr. Ich beobachte Menschen, Situationen, Veränderungen und Reaktionen und entdecke dabei häufig Verbindungen, die sich erst im Verlauf erklären.
Wir müssen nicht gleich denken, um gemeinsam zu arbeiten. Im Gegenteil. Unterschiedliche Perspektiven können ein vollständigeres Bild entstehen lassen.
Was mir heute wichtig ist
Nach so vielen Jahren geht es mir nicht darum, möglichst viel Neues anzufangen. Mich beschäftigt vielmehr die Frage: Was soll von all dem Wissen weiterleben?
Es gibt Bücher, Erfahrungen, Ausbildungen, die Chakrablüten Essenzen, SURYA, die Arbeit in Indien und unzählige Begegnungen mit Menschen. Vieles davon ist über Jahrzehnte gewachsen. Dieses Wissen möchte ich ordnen, weitergeben und Menschen zugänglich machen, die damit weiterarbeiten möchten.
Und zugleich darf Neues entstehen. Mit Shambhala verbindet sich für mich die Vorstellung eines Ortes, an dem vieles zusammenkommen kann: Gesundheit, Therapie, Lernen, Begegnung, Natur und Entwicklung.
Vielleicht ist genau das die nächste Aufgabe: Nicht alles selbst zu tun. Sondern Räume zu schaffen, in denen andere ihren eigenen Weg entdecken können.
Ravi Roy
HOMÖOPATH · DHMS (INDIEN)
Mich interessiert die Frage hinter der Frage
Ich bin Ravi Roy. Meine medizinische und homöopathische Ausbildung begann in Indien. Ich studierte Homöopathie am Nehru Homoeopathic Medical College und kam 1979 nach Deutschland.
Seitdem begleitet mich eine Frage durch meine Arbeit: Was ist in einem Fall wirklich wesentlich?
Ein Mensch kann sehr viele Symptome beschreiben. Er kann Untersuchungen, Diagnosen und eine lange Krankengeschichte mitbringen. All das sind Informationen. Aber Information allein ist noch kein Verständnis. Mich interessiert, wie diese Informationen miteinander verbunden sind und welches Muster sich dahinter erkennen läßt.
Homöopathie bedeutet für mich differenzieren
In der Homöopathie begegnen uns Tausende von Symptomen und sehr viele Arzneimittelbilder. Die eigentliche Aufgabe besteht deshalb nicht darin, möglichst viel auswendig zu wissen. Man muß unterscheiden können.
Warum dieses Mittel und nicht ein anderes? Welches Symptom ist wesentlich? Was gehört zum Menschen und was lediglich zur momentanen Situation? Welche Veränderung kam zuerst? Was ist Ursache und was möglicherweise nur Folge?
Deshalb frage ich manchmal weiter, wenn jemand glaubt, die Antwort bereits gegeben zu haben. Nicht, weil seine Antwort falsch sein muß. Sondern weil hinter einer Antwort häufig noch eine zweite liegt. Und manchmal noch eine dritte. Bis irgendwann etwas sichtbar wird, das vorher zwischen vielen Einzelheiten verborgen war.
Die Essenz eines Falles
Ein guter Fall besteht für mich nicht aus einer möglichst langen Liste von Symptomen. Ich suche nach dem Zusammenhang. Nach dem Wesen. Nach dem Punkt, an dem unterschiedliche Beobachtungen plötzlich zusammenpassen.
Das ist auch der Grund, warum mich Arzneimittelbilder so interessieren. Ein Arzneimittel ist nicht einfach eine Liste von Beschwerden. Es besitzt ein eigenes Bild, eigene Zusammenhänge und eine innere Logik. Wenn man diese versteht, verändert sich auch die Art, einen Menschen zu betrachten.
Wissen muß angewendet werden
Seit vielen Jahren unterrichte ich Homöopathie. Dabei erlebe ich immer wieder dasselbe: Man kann sehr viel gelesen haben und trotzdem vor einem wirklichen Fall sitzen und nicht wissen, wie man beginnen soll.
Deshalb gehört für mich zum Lernen die Arbeit mit konkreten Fällen. Wir betrachten Arzneimittelbilder, besondere Fälle, Behandlungsschemata und unterschiedliche Möglichkeiten der Mittelfindung.
Ich stelle Fragen. Die Teilnehmer stellen Fragen. Wir vergleichen. Wir verwerfen Möglichkeiten. Und wir gehen manchmal sehr weit in ein Thema hinein. Nicht um es komplizierter zu machen, sondern um es am Ende einfacher und klarer zu sehen.
Ein Therapeut braucht mehr als Fachwissen
Mit den Jahren habe ich außerdem gesehen, daß eine gute therapeutische Ausbildung allein noch keine funktionierende Praxis schafft. Ein Therapeut muß irgendwann auch ganz praktische Fragen beantworten:
Wie führe ich eine Praxis? Wie organisiere ich meine Arbeit? Wie rechne ich ab? Wie finden Menschen zu mir? Welche Größe soll meine Tätigkeit überhaupt haben? Möchte ich wenige Menschen intensiv begleiten oder eine größere Praxis entwickeln? Brauche ich eine Website? Sind Seminare sinnvoll? Kann ich Wissen auch online vermitteln? Wie entsteht über Jahre ein stabiler Patienten- oder Kundenstamm?
Über solche Dinge wird in vielen Ausbildungen kaum gesprochen. Für einen Menschen, der später von seiner therapeutischen Tätigkeit leben möchte, können sie jedoch genauso entscheidend sein wie das Fachwissen. Deshalb gehört für mich auch diese Begleitung zur Ausbildung.
Carola und ich
Carola und ich arbeiten seit vielen Jahrzehnten gemeinsam. Unsere Perspektiven sind dabei nicht identisch. Das sollen sie auch nicht sein.
Carola besitzt eine besondere Fähigkeit, Menschen, Pflanzen und Entwicklungen zu beobachten und daraus neue Zusammenhänge entstehen zu lassen. Aus dieser Arbeit entwickelten sich die Chakrablüten Essenzen.
Meine Aufgabe lag häufig darin, Beobachtungen weiter zu differenzieren, Zusammenhänge mit homöopathischem Wissen zu untersuchen und daraus eine nachvollziehbare Systematik zu entwickeln. So konnte aus Erfahrung etwas Lehrbares entstehen.
Vielleicht liegt gerade darin ein Teil unserer gemeinsamen Arbeit: wahrnehmen – hinterfragen – ordnen – prüfen – anwenden – weitergeben.
Indien und Deutschland
Indien und Deutschland haben meine Arbeit auf unterschiedliche Weise geprägt. Ich habe erlebt, daß Wissen immer in einem kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang steht. Was an einem Ort selbstverständlich erscheint, kann an einem anderen vollkommen anders betrachtet werden.
Das hat mich gelehrt, nicht zu schnell davon auszugehen, daß es nur einen richtigen Weg gibt. Auch deshalb interessieren mich unterschiedliche Perspektiven. Manchmal entsteht Erkenntnis gerade dadurch, daß zwei scheinbar widersprüchliche Sichtweisen nebeneinanderstehen dürfen.
Was soll weitergegeben werden?
Nach Jahrzehnten der Praxis, des Unterrichtens und Schreibens stellt sich auch für mich zunehmend die Frage, wie Wissen erhalten bleibt. Nicht als Museum. Nicht als Sammlung alter Texte. Sondern als etwas, mit dem andere Menschen weiterarbeiten können.
Dazu gehören die Ausbildung in Homöopathie, Fallarbeit, Supervision und Fortbildung ebenso wie Bücher, Dokumentationen und die Erfahrungen aus vielen Jahren praktischer Arbeit. Und dazu gehören Menschen. Denn Wissen lebt nicht in einem Buch allein. Es lebt dort weiter, wo jemand beginnt, selbst Fragen zu stellen.
Vielleicht ist das eine meiner wichtigsten Aufgaben geworden: nicht Antworten zu hinterlassen, sondern Menschen auszubilden, die gelernt haben, die richtigen Fragen zu stellen.