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Wie dieses Repertorium zustande kam

Die Entstehung des Praktischen Repertoriums hat eine sehr lange Geschichte. Mehr als 30 Jahre sind vergangen, seit ich mit der Arbeit an diesem Repertorium begann. Denn in den Repertorien fehlen unzählige, wichtige Symptome gerade von den Hauptmitteln, die in den Arzneimittellehren vorkommen. Ironischerweise werden die unschätzbaren Nosoden wie Stiefkinder behandelt.
In den Repertorien fehlt besonders das Wesentliche über sie und selbstverständlich meine Erfahrung von den mehr als 50 wichtigen Nosoden. Auch warten noch eine ungeheure Menge von Heilungsberichten in den homöopathischen Zeitschriften auf eine Analyse und Eintrag ins Repertorium. Kent schreibt in seinen "Kleinen Schriften", dass er nur bestätigte Symptome ins Repertorium nachtrug. Doch seine Nachtragungen scheinen keine nachvollziehbare Logik aufzuweisen. Warum betrachtete er ein Symptom als nachtragswürdig und ein anderes bestätigtes nicht, vor allem wenn diese in demselben Zusammenhang nebeneinander zu finden sind? Solche Unstimmigkeiten begegnen uns z. B. beim Lesen von Herings "Leitsymptomen".

Leider vergaß Kent auch viele wesentliche Symptome aus Hahnemanns Arzneimittellehren einzutragen. Künzli hat teilweise in seinem "Repertorium Generale" Ergänzungen von Hahnemann vorgenommen, jedoch fast nur aus den großen Polychresten. Diese und andere Vervollständigungen stehen noch an.

Die Idee des Praktischen Repertoriums

Vor etwa zehn Jahren wollte ich zusammen mit Kollegen diese Arbeit anfangen. Es sollte eine ganz andere Art von Repertorium entstehen, bzw. eine Reihe von Fachrepertorien, um die Krankheiten gezielt anzugehen. Dazu sollte das gesamte homöopathische Wissen über die Behandlungsmöglichkeiten einer Krankheitsrichtung wie Rheuma, Asthma, Krebs usw. sehr übersichtlich und klar strukturiert zusammengefasst werden. Als erstes sollte das Praktische Repertorium als Basisrepertorium mit meinen bisher gesammelten Ergänzungen erscheinen. Aus verschiedenen Gründen konnten wir mit der Basisarbeit für alle Repertorien aber erst 2004 beginnen.

Die Basisarbeit und Neuübersetzung des Kentschen Repertoriums

Von Anfang an war uns bewusst, dass eine ganz neue Übersetzung und Begriffsbestimmung notwendig sein würde, zumal die Sprache sich schon in den letzten paar Jahrzehnten geändert hat, erst recht in den 100 Jahren des Bestehens des Kentschen Repertoriums. Die erste Auflage seines Repertoriums erschien 1897.

Wir  ersetzten zum Beispiel das Wort "Furcht" durch "Angst", da Furcht heute kaum mehr benutzt wird. Für das Wort anxiety im Englischen, welches mit Angst übersetzt wird, verwenden wir den Begriff "Angstgefühl, Besorgnis".

Während wir den Kent neu übersetzten, überprüften, bzw. lasen wir mehrmals jede einzelne Rubrik Korrektur, besonders im Kapitel GEIST. Diese sehr gewissenhafte Übersetzung beförderte manche Überraschungen ans Tageslicht. Es stellte sich heraus, daß Hunderte von Rubriken korrekturbedürftig waren. Viele Rubriken waren so unverständlich, daß wir nur über die Originalquellen einen Sinn eruieren konnten. Wir stellten zu unserem Erstaunen fest, daß Symptome teilweise recht verständnislos komprimiert worden waren, wobei auch der Sinn verändert wurde. Es geht im Repertorium darum, die Symptome so kurz wie möglich, aber trotzdem sinngemäß exakt darzustellen.