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Dosierung und Potenzen homöopathischer Mittel

Die Dosierung ist individuell zu handhaben. Man richtet sich nach dem Zustand und Schweregrad der Krankheit bzw. der gesundheitlichen Störung, sowie der Empfindlichkeit des Kranken. Es werden immer nur die angezeigten Mittel verabreicht, keine Routinemischungen.

Akute Behandlung
Bei akuten Krankheiten, Schmerzen und bei Erste-Hilfe-Maßnahmen wird das Mittel oft wiederholt. Dabei lösen Sie ein bis drei Globuli (Kügelchen) des passenden Mittels in einem Glas Wasser (ohne Kohlensäure) auf und rühren 20-25 mal mit einem Löffel im Uhrzeigersinn um. Von dieser Lösung geben Sie alle fünf Minuten bis zwölf Stunden einen Schluck zu trinken; Kleinkinder erhalten einen halben Teelöffel. Genauere Dosierungsangaben finden Sie in den entsprechenden Ratgebern. Vor jeder Einnahme die Lösung erneut kräftig, jedoch behutsam umrühren. Sobald eine deutliche Besserung eintritt, verlängern Sie die Intervalle entsprechend. Sie können auch direkt ein Kügelchen auf die Zunge geben, z. B. wenn das Mittel nur einmal täglich gegeben wird, der Kranke nichts vom Löffel nehmen kann oder auf Reisen. Die Mittel werden nur im Wachzustand gegeben. Stören Sie nicht den heilsamen Schlaf, um ein Mittel zu geben. Bei Bewußtlosen werden Lippen und Nasenlöcher mit dem Mittel betupft.

Konstitutionelle Behandlung
Bei der konstitutionellen Behandlung wird das Mittel in der Regel einmal täglich bis zweimal wöchentlich gegeben. Es wird so lange verabreicht, bis die Wirkung zufriedenstellend ist oder sich ein neuer Aspekt herauskristallisiert.

Was ist eine Gabe?
Eine Gabe bedeutet eine einmalige Verabreichung, wobei die Menge unterschiedlich sein kann. Gewöhnlich versteht man jedoch unter einer Gabe 1-3 Tropfen oder Globuli, die auch direkt auf die Zunge gegeben werden können.
Das Mittel wird abgesetzt, wenn die Heilung eingetreten ist oder wenn eine Verschlimmerung auftritt. Es darf erst wieder eingesetzt werden, wenn dieselben alten Symptome, meist in abgeschwächter Form, wieder auftreten.

Die Doppelgabe
Fünf Tropfen oder Globuli werden auf ein Schnapsglas Wasser gegeben. Erst eine Hälfte zu sich nehmen und nach fünf Minuten die zweite Hälfte.

Die Potenzen
Wir haben in unseren Ratgebern durchgängig die C200 als Potenz der Wahl angegeben, wobei die Häufigkeit der Gabe davon abhängig ist, wie akut sich der Krankheitsverlauf gestaltet. Regel: Je akuter, desto häufigere Gaben.
Die grundsätzliche Verwendung der C200 Potenz mag viele Homöopathen erstaunen, da in Deutschland die niedrigen D-Potenzen (D4, D6, D12) sehr populär sind. Dazu ist aus unserer Sicht folgendes zu sagen:
Die hauptsächliche Verwendung von Niedrigpotenzen läßt sich nicht mit der Berufung auf den Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755-1843), rechtfertigen. Er tendierte mit wachsender Erfahrung zu immer höheren Potenzen und ging bis zu C1000.
Im gesamten englischsprachigen Raum und in Indien (hier behandeln etwa 50% aller Ärzte mit Homöopathie) sind die meist gebrauchten Potenzen die C30, die C200 und höhere.
Nach unseren Erfahrungen bringt die Verwendung der C200 im akuten Geschehen die klarsten, eindeutigsten und schnellsten Heilerfolge. Natürlich wirken niedrigere Potenzen (sie sollten selbstverständlich auch eingesetzt werden, wenn gerade keine C200 greifbar ist), aber im Einzelfall eben oftmals nicht mit der gleichen Kraft wie die C200.

Die Potenzwahl
Die Höhe der Potenz ist neben der Wahl des richtigen Mittels (=Similimum) zweitrangig. Benutzen Sie die Potenzhöhe, mit der Sie sich wohl fühlen.
Wenn Sie spezifische körper- oder organbezogene Wirkungen erzielen möchten, sollten Sie ganz niedrige Potenzen wählen: Urtinktur bis D12 oder C12. Diese wirken nicht so tiefgreifend. Sie müssen daher öfter wiederholt und eventuell stärker dosiert werden. Bei akuten Erkrankungen können sie jedoch manchmal keine Wirkung zeigen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die niedrigen Potenzen bei akuten Erkrankungen den Verlauf zwar abmildern, aber nicht verkürzen.
Im Gegensatz dazu wirken die höheren Potenzen, vor allem ab der C200, sehr schnell. Sie bringen oft in wenigen Stunden eine Erleichterung und können den Verlauf der Krankheit erheblich verkürzen.

Haltbarkeit
Die Lösung hält sich ein bis drei Tage, je nach Reinheit des Wassers. Bei Erwachsenen kann die Haltbarkeit durch einige Tropfen Alkohol verlängert werden. Das Glas sollte stets mit einem Deckel zugedeckt und nicht der Sonne ausgesetzt sein. Starke Gerüche, wie ätherische Öle, Blumen, Kaffee, Seifen, Parfüms, Reinigungsmittel etc. können die Wirkung des Mittels aufheben.
Die Haltbarkeit der Globuli ist bei richtiger Aufbewahrung unbegrenzt (keine Entsorgung über Medikamenten-Sondermüll nötig).

Bezugsquellen