Retinitis pigmentosa
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Verfasst am: 29. 01. 2012 [17:35]
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karya
Grossmann, Bettina
Themenersteller
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 13
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Liebe Forums-Teilnehmer,
diese Woche suchte mich ein knapp 50jähriger, sportlicher, männlicher Patient auf, der zum zweiten Mal (4 Jahre nach dem Erstereignis) einen Hörsturz rechts hatte. Die Befragung ergab, dass es jedesmal im Winter nach überstandener Erkältung (sie wurde dieses Mal mit Phosphor und später mit Tuberculinum bovinum behandelt) passierte.
Im Gespräch kam heraus, dass der erste Gehörsturz von einer Gesichtsfeldeinschränkung begleitet war, die auch jetzt ab und zu auftritt, wenn er zu wenig oder gar nicht getrunken hat. Ich habe im Internet geschaut und seine Symptomatik bei Retinitis pigmentosa wiedergefunden. Der Gesichtsfeldausfall ist flintenrohrartig, nur im Zentrum bleibt alles sichtbar und scharf. Der Ausfall ist stets beidseits. Sofortiges reichliches Trinken bessert rasch.
Repertorisiert habe ich Calc. (habe im Roy-Repertorium auch Auge, Entzündung, Retina genommen) aber noch nichts gegeben, weil ich keine Erfahrung mit diesem Krankheitsbild habe.
Könnt Ihr mir von Euren Erfahrungen berichten?
Vielen Dank und liebe Grüße sendet Bettina
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Verfasst am: 30. 01. 2012 [15:52]
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JosefGar
Josef Gar
Dabei seit: 30.12.2010
Beiträge: 89
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Hallo
Im HNO Lehrbuch (Facharztwissen HNO Heilkunde, Reiß, Springer, Seite 76 f, Differentialdiagnose)findet man bei einigen Ohrenkrankheiten auch eine Augenbeteiligung.
Man muß die Differentialdiagnose von Hirnnervenprozessen anschauen.
Dort findet man in der Differentialdiagnose auch Toxoplasmose.
So kam ich auf die Idee, daß Toxoplasmosenosode in Frage kommt.
Röhrengesichtsfeld findet man bei Retinitis pigmentosa und bei einer Erkrankung der Choriodea. Gesichtsfeldeinschränkung steht im reertorium unter Skotom und Hemianopsie, dort fehlt wohl Toxoplasmose, weil das Mittel eine tiefe Wirkung auf die Augen hat.
Der Fall ist sehr wichtig.
Im Online-Repertorium findet man unter Entzündung Sehnerv, Entzündung, Choroidea, Chorioretinitis die Toxoplasmosenosode.
In meiner Praxis habe ich damit eine gute Erfahrung gemacht bei einer Schülerin mit chronischer Meningoenzephalitis und Sehstörungen, die plötzlich auftraten.
Ich würde mit LM 18 (Remedia hat eine gute Qualität) anfangen, 1 Tropfen evtl. wegschütten und 1 mal bis 3 mal täglich anfangs um zu sehen wie er reagiert.
Wenn keine Reaktion, dann die Dosierung verstärken.
gute Zeit
Josef
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Verfasst am: 30. 01. 2012 [16:37]
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karya
Grossmann, Bettina
Themenersteller
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 13
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Lieber Josef,
vielen Dank für Deine rasche Antwort.
Über Toxoplasmose habe ich auch nachgedacht, weil die Anamnese doch einige Anhaltspunkte dafür gegeben hat: schlechter Schlaf seit Monaten, Herzklopfen mit Arrhythmien nach dem Zubettgehen, sexuell ganz wenig Lust, Schokoladenhunger, depressive Phasen. Familiäre und Eigenanamnese tuberkulinisch-syphilitisch.
Chorioretinitis - das wird möglicherweise auch den Zustand beschreiben. Es können ja durchaus beide Häute beteiligt sein. Ich war nur auf Retinitis pigmentosa fixiert.
Ich habe das Mittel nur in der LM 30 da (auch von Remedia)und hätte es wahrscheinlich ohne Deinen Hinweis auf die LM 18 auch in dieser Potenzstufe gegeben. Ich sehe jetzt von der Schwingungsebene LM 18 und LM 30 nicht so einen Riesenunterschied.
Wie siehst Du das?
Liebe Grüße sendet Bettina
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Verfasst am: 30. 01. 2012 [23:15]
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Adrian
Moderator
Dabei seit: 10.01.2011
Beiträge: 151
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Hallo Bettina,
es muss eine gute und gründliche Anamnese gemacht werden. Sollte keines der "großen", tiefwirkenden Mittel passen, dann muss man schauen, ob schwerwiegende Infektionskrankheiten in der Krankengeschichte vorhanden waren (unterdrückt oder nicht), die eine ähnliche Kombination (Hörsturz+Augen-/ Sehbeschwerden) auslösen können. Dann kommt als erstes diese Nosode zum Einsatz. Bei einer meiner Patientinnen wurde z.B. diese Kombination von Beschwerden (mit zusätzl. rheumat. Schmerzen)z.B. durch die Borrelianosode vollständig geheilt; bei einer mit AB behandelten Borreliose in der Vorgeschichte. Erst wenn beides nicht der Fall ist - also kein geprüftes tiefgehendes Mittel passt und keine Infektionserkrankung damit in Zusamenhang stehen könnte - kann man sich aus rein pathologischen Überlegungen einer Toxoplasmose-Nosode zuwenden, zumal wenn noch einige Symptome dafür sprechen. Ohne solche Vorüberlegungen und eine genaue Anamnese kann man nicht an die diese denken, denn auch Masern-, Mumps- und die Zytomegalienosode (um nur drei zu nennen) haben dies ebenfalls in ihrer Pathologie.
Viele Grüße
Adrian
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