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Tetanus trotz Arnica


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Verfasst am: 03. 10. 2011 [20:01]
Alexis
Anett
Themenersteller
Dabei seit: 31.12.2010
Beiträge: 58
Hallo,
ich stell den traurigen Bericht hier ein, damit meine Hündin nicht umsonst gestorben ist, sozusagen zur Warnung, immer individuell zu therapieren.
Wegen einer Pyometra wurde die Hündin operiert, bekam vor und nach der Op (neben Staph) Arnica C200, sieben Tage lang. Dann hab ich, leider, damit aufgehört. Sie hatte sich recht gut erholt, fraß auch wieder. Die Naht näßte aber noch!!!

Zwei Tage später bekam sie schnupfenähnliche Symptome, mir fiel auf, daß sie auch Probleme beim Trinken hatte, die ich allerdings auf eine noch vorhandene Schwäche schob (und auch zwei TÄ nahmen das an, ich war ständig mit ihr beim TA). Selbst gefressen hat sie auch nicht mehr. Außerdem war sie sehr schreckhaft. Hinzu kam eine Obstipation. Nachdem sie dann eine ganze Nacht mehr als unruhig war (sie lag keine 10 min am Stück, ohne wieder aufzustehen und herumzuwanken, wollte trinken, konnte nicht), bekam sie dann die typischen Krämpfe (die Lefzen waren vorher schon ganz leicht nach hinten gezogen). Als es mir endlich wie Schuppen von den Augen fiel, daß das Krankheitsbild das klassische Tetanusbild ist, war es zu spät. Ich gab ihr noch Strychninum nitr. C30, aber sie ist eine Stunde später verstorben.

Ich wußte leider nicht, daß auch Hunde an Wundstarrkrampf erkranken können, davon abgesehen hätte ich bei so einer OP sicher auch nicht daran gedacht.

Ich gehe davon aus, daß, hätte ich ihr weiterhin Arnica C200 gegeben, länger, als in in allen Ratgebern empfohlen, die Krankheit nicht ausgebrochen wäre.
Insoweit ist der o. g.Titel irreführend, aber dies ist Absicht - ich hoffe, daß viele Foris den Beitrag lesen. Und nicht den gleichen Fehler machen wie ich, sondern immer von Fall zu Fall entscheiden, nicht stur nach den Buchstaben. Im Nachhinein ist man immer schlauer.....

Dazu noch eine Frage an Adrian: Ich habe weder im Boericke noch im Phatak ein AMB der Tetanus-Nosode gefunden. Hätte ich ihr diese auch geben können? Evtl. mit mehr Erfolg? Strychn nitr. habe ich bei Stauffer gefunden, wenn die Symptome klassisch dem Tetanusbild entsprechen, was bei ihr ja zutraf.
Traurige Grüße
Alexis

PS.: Ich war fast jeden Tag beim TA, die Aufzählung der Behandlungen schenke ich mir hier, sie zielten auf Magen/Darm und Atemwege.

Verfasst am: 04. 10. 2011 [14:04]
Wildbluete
Sabine M.
Dabei seit: 02.01.2011
Beiträge: 340
Oh Du meine Güte, das tut mir sehr leid!

Aber gut, dass Du das hier schreibst, so dass wir Wunden, die nicht gut heilen, nicht unterschätzen!

Möglicherweise hätte Hypericum geholfen? Aber das weiß man jetzt im Nachhinein nicht, es ist nur Spekulation.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Licht - und dass Du Dir keine Schuldgefühle machst! *drück*

Sabine
Verfasst am: 04. 10. 2011 [20:43]
Adrian
Moderator
Dabei seit: 10.01.2011
Beiträge: 151
Hallo Alexis,

auch mein Mitgefühl zum Tod Deines Hundes! Es tut mir wirklich Leid, aber vielleicht kann der eine oder andere von uns etwas daraus lernen; homöopathisch meine ich.
Arn. ist ein grundsätzliches Wundheilmittel und, das heißt, es födert nach dem ersten Gewebsschock den Heilungsprozess, und ein guter Heilungsprozess/ eine "schöne Wunde" ist ein Garant gegen Tetanus. Insofern bietet Arn. direkt nach der Verletzung gegeben einen unspezifischen Schutz gegen diese Krankheit. Unspezifisch deshalb, weil es das Krankheitbild des Tetatnus in seiner Gänze hom. nur unvollständig abdeckt. Sollte eine Wunde trotz Arn. nicht gut heilen, so muss dies mit einem anderen Mittel angegangen werden, sonst steigt die Gefahr von Komplikationen. In der Repertoriumsrubrik "Verletzungen" sind ca. 60 Mittel vertreten ...
Sollte Tetanus zum Ausbruch kommen, so müsste auch dies nach dem Ähnlichkeitsgesetz behandelt werden. Erstens, weiß ich nicht, wie ein klassischer Verlauf beim Hund aussieht und zweitens möchte ich diese Aussage differenzieren. Damit ist ein Verlauf gemeint, der nur die pathognomonischen Symptome beinhaltet, bei Abwesenheit individueller Symptome. Bei Deinem Hund waren individuelle Symptome vorhanden, so dass eines der über 60 Mittel bei Tetanus ausgesucht hätte werden müssen. Das ist aber eine schwierige Aufgabe, bei der Du sicher die Hilfe eines erfahrenen Homöopathen gebraucht hättest.
Sind keine individuellen Symptome da, dann ist die Nosode immer gut, ebenso wie im Fall, dass man das Simillimum nicht erkennt. Die Nosode hätte Deinem Hund evtl. helfen können, das ist richtig. Nur die muss man ja erstmal zur Hand haben ...

Viele Grüße
Adrian
Verfasst am: 04. 10. 2011 [22:14]
argentum
E.M.
Dabei seit: 11.02.2011
Beiträge: 11
hallo Alexis,
kannst du die Symptome vielleicht ganz genau beschreiben?
Ich frage deshalb,weil ich meine Hündin vor Jahren habe sterilisieren lassen und sie danach epileptische Anfälle bekommen hatte.Diese haben auch nach kurzer Zeit zum Tod geführt.
War es bei deinem Hund also wirklich Tetanus?
lg
argentum
Verfasst am: 05. 10. 2011 [07:05]
kirsten
Kirsten
Dabei seit: 30.12.2010
Beiträge: 385
Hallo Alexis,
ich kann sehr gut nachfühlen wie du dich fühlst, aber ich frage mich auch, ob es nicht ein epil. Anfall gewesen sein könnte.

LG
Kirsten
Verfasst am: 05. 10. 2011 [07:18]
kirsten
Kirsten
Dabei seit: 30.12.2010
Beiträge: 385
ich habe mal die Symptome beim Hund nachgeschaut,
Die Symptome dieser schrecklichen Krankheit beginnen beim Hund damit, dass sich die oberen Augenlider hochziehen. Der Hund sieht aus als hätte er die hängenden Augen eines Bluthundes, allerdings zieht das Auge nicht nach unten, sondern nach oben. Es ist dann oben auch bald das Weiß vom Augapfel zu sehen. Die Ohransätze gehen zusehends hoch in „Hab Acht-Stellung“ und der ganze Oberkopf legt sich in tiefe Längsfalten von der Augenhöhe zwischen den Ohren hindurch bis zum Hinterkopf.


Auch die Lefzen fangen an zu verkrampfen. Die Oberlippe wird angehoben und die Zähne sind zu sehen. Die seitlichen Enden des Mauls ziehen sich so hoch, dass es aussieht als grinse der Hund. Dieses Symptom wird auch das Lächeln oder das Grinsen des Todes genannt. Die Verkrampfung der Kaumuskulatur kann zur Kiefersperre führen. Das kann bedeuten, dass der Hund nicht mehr fressen kann und verhungert, wenn man ihn nicht künstlich ernährt.


Der Patient hat inzwischen hohes Fieber. Die Krankheit befällt die gesamte Skelettmuskulatur und schreitet vom Kopf nach hinten zum Schwanz. Die Beine werden starr und der Schwanz hängt nicht mehr am Körper herab, sondern er versteift sich an der Schwanzwurzel und hängt dann erst nach einigen Zentimetern runter, wie ein Kuhschwanz. Bei einer ganz ausgeprägten Erkrankung kann sich der ganze Körper des Hundes so versteifen, dass man ihn wie ein Brett an die Wand stellen kann.

Was man dem Hund äußerlich nicht ansehen kann, ist eine Verkrampfung der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells. Die Atmung des Tieres wird schwer wie bei einem alten herzkranken Hund. Hier kann man nur auf die ausreichende Wirkung von krampflösenden Medikamenten hoffen. Im schlimmsten Fall erstickt der Hund. Auch eine Lungenentzündung ist möglich.

Die erkrankten Hunde werden äußerst lichtempfindlich und jedes Geräusch und jede Berührung schreckt sie fast bis zur Panik. Das kann die Krampfanfälle dann noch verstärken. Sie müssen absolut ruhig und stressfrei, d.h. isoliert gehalten werden. Diese Tiere sind unbedingt Intensivpatienten für die Klinik. Aber auch hier sind ihre Überlebenschancen nur sehr gering.



Verfasst am: 05. 10. 2011 [18:25]
Adrian
Moderator
Dabei seit: 10.01.2011
Beiträge: 151
Hallo zusammen,

ich hab' heute mal mit einer Tierärztin gesprochen, weil es mir komisch vorkam, dass eine OP-Wunde mit Tetanibazillen verunreinigt sein soll. Sie meinte, dass Hunde oft Tetanusbazillen in sich tragen, manchmal auch ganz leichte Tetanuserkrankungen durchmachen, die man kaum bemerkt und die das Immunsystem bewältigt. Sie meint, dass der Hund evtl. den Erreger schon vorher hatte und durch die Schwächung des Immunsystems aufgrund der OP die Krankheit zum Tragen kam.
Das nur zur Info.

Viele Grüße
Adrian
Verfasst am: 06. 10. 2011 [13:27]
Alexis
Anett
Themenersteller
Dabei seit: 31.12.2010
Beiträge: 58
Hallo,
danke für euer Mitgefühl.

Tja, Adrian, die Nosode habe ich..... Aber wie gesagt, es war zu spät. Drei Stunden, nachdem ich endlich wußte, was sie quält, ist sie gestorben. Ich weiß nicht, ob die Nosode noch etwas hätte bewirken können, sie war ja auch extrem schwach.

Ja, es war wirklich Tetanus, keine epileptischen Anfälle. Diese kenne ich auch, leider, ganz genau. Ein Hund von mir hatte jahrelang Epilepsie.
Tetanus kann auch beginnen mit grippeähnlichen Symptomen (laufende Nase, Triefaugen, wie jetzt bei Aysha. Extreme Schreckhaftigkeit, Lic htscheu, Unterkieferkrampf (Unfähigkeit, zu trinken, das Mäulchen taucht ins Wasser, öffnet sich aber nicht), Schluckbeschwerden, Opstipation, Exsikkose, Opistotonus (daran hab ich es dann erkannt), Zwerchfellmuskulatur- und Bauchmuskelkrämpfe. Ersticken.

Wie gesagt, ich kannte das Bild nicht, woher auch.

Danke, Adrian. Ich habe so etwas schon fast vermutet, ich meine, daß sie die Erreger in sich hatte. Alles ging so schnell. Die extreme Schreckhaftigkeit hatte sie bereits zwei Tage nach der Op,so etwas kannte ich nicht nach OP`s, verlor sich dann aber wieder. Das war alles eine Verkettung von unglückseligen Umständen.
Durch die vorangegangene Hitze der Hündinnen hat sie weniger gefressen, hatte abgenommen (sie hat eh ihr Leben lang auf ihre Model-Figur geachtet), die Widerstandskraft war geringer, und so nahm halt das Unheil seinen Lauf.

Ich werde mich in Zukunft bemühen, genauer zu beobachten und mich vor allem auch mit der Repertorisation intensiver beschäftigen (gibts da eigentlich gute Bücher, wie man da vorgeht , oder macht es auch hier nur die Übung?, ich habe immer Probleme, die Symptome zu übersetzen). Und ich werde mich nicht scheuen, im Fall des Falles gute Homöopathen anzurufen.....

Hunde verzeihen alles, nur wir tun uns schwer, uns unsere Fehler zu verzeihen.

Viele Grüße
Alexis

PS.: Vielleicht könnten wir ja die Rep.-Übungen im Lehrg.-Forum widererwecken?




[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.2011 um 13:28.]